Erasmus in Palma: Erfahrungen aus erster Hand

Ariellas Erfahrungen

Während meines Auslandssemesters auf Mallorca habe ich viele wertvolle Erfahrungen gesammelt, die ich nie vergessen möchte. Allerdings gab es auch einige Dinge, die ich gerne vorher gewusst hätte. Aus diesem Grund habe ich hier meine Tipps rund um Erasmus in Spanien, speziell auf Mallorca, zusammengestellt, die ich gerne an zukünftige Erasmusstudierende weitergeben möchte.

Die Nachfrage nach Unterkünften ist hoch, besonders in Palma. Deshalb empfehle ich, frühzeitig mit der Suche zu beginnen. Am besten eignet sich aus meiner Sicht die Website Idealista, da man sich dort unverbindlich auf mehrere Wohnungen oder WGs gleichzeitig bewerben kann.

Man sollte sich nicht entmutigen lassen, wenn man zunächst keine Rückmeldungen erhält – manchmal braucht es bis zu 50 Anfragen, bevor man eine Antwort bekommt. Wer flexibel bei Preis und Mitbewohnerkonstellation ist, findet leichter eine passende Unterkunft. Wichtig ist auch, sich Gedanken über die Mitbewohner zu machen: Sind sie ebenfalls Studierende? Bevorzugen sie eine ruhige oder eine lebhafte Wohngemeinschaft? So lassen sich mögliche Probleme schon vor Semesterbeginn vermeiden.

Ebenfalls entscheidend ist die Wahl des Stadtteils. Manche Viertel sind nicht gut an den öffentlichen Nahverkehr angebunden und gelten insbesondere nachts für Frauen als unsicher. Von Gegenden wie Son Gotleu würde ich abraten. Sehr zu empfehlen sind hingegen Viertel wie Santa Catalina oder Bons Aires.

Mallorca verfügt über ein sehr gutes Busnetz, mit dem sich fast alle Orte der Insel erreichen lassen. Besonders praktisch ist, dass für Einheimische und Studierende ein kostenloses Semesterticket angeboten wird. Dafür sollte man frühzeitig einen Termin bei EMT-Palma vereinbaren. Dort reicht es, die Immatrikulationsbescheinigung und den Ausweis vorzulegen, um das Ticket zu erhalten.

Mit der Metro gelangt man zudem vom Zentrum Palmas innerhalb von 15 Minuten zur Universitat de les Illes Balears (UIB).

In Palma kommt man mit Englisch und Deutsch sehr gut zurecht. Dennoch ist es bereichernd, auch in abgelegeneren Orten Gespräche mit Einheimischen auf Spanisch zu führen. Wer noch kein Spanisch spricht, dem empfehle ich den Sprachkurs der UIB. Für alle, die bereits Spanisch können, ist auch ein Katalankurs sinnvoll, da Katalan auf Mallorca genauso häufig gesprochen wird.

Es kann anfangs etwas schwierig sein, Kontakte zu Mallorquinern zu knüpfen, da sie Erasmusstudierende oft für Touristen halten. Sobald man jedoch den ersten Schritt macht, sind die Menschen sehr offen. Vor allem an der Uni ist es leicht, sich durch Gruppenarbeiten und Projekte zu integrieren.

Die Lehrmethoden an spanischen Universitäten unterscheiden sich etwas von denen in Deutschland. Am Anfang ist es völlig normal, etwas Zeit zum Einfinden zu benötigen. Die Dozierenden sind jedoch meist sehr hilfsbereit und nehmen sich Zeit, Inhalte nochmals zu erklären.Ich empfehle außerdem, in den Kursen aktiv Kontakte zu knüpfen, um bei Fragen Ansprechpersonen zu haben. Spanische Studierende freuen sich in der Regel, wenn sie helfen können.

Sehr wichtig ist es, sich rechtzeitig über Abgaben und Prüfungen zu informieren und diese in einem Dokument festzuhalten, damit man nichts übersieht. An der UIB gibt es viele Hausarbeiten, die stark in die Endnote einfließen. Es lohnt sich daher, nicht nur auf Prüfungen, sondern auch auf schriftliche Arbeiten großen Wert zu legen.

Studierende der Uni Palma organisieren regelmäßig Events und Aktivitäten, bei denen alle Erasmusstudierenden zusammenkommen. Besonders zu Beginn des Semesters ist es empfehlenswert, so viel wie möglich daran teilzunehmen. Dadurch kann man viele Menschen aus aller Welt kennenlernen und sich mit anderen austauschen, die ähnliche Erfahrungen machen.

Zu den Aktivitäten gehören Barhoppings, Wanderungen und Stadtführungen. Im Sommersemester gibt es außerdem die Möglichkeit, am fünftägigen Ibiza-Trip teilzunehmen. Dieser ist vollständig organisiert und bietet vor allem Partybegeisterten ein abwechslungsreiches Programm. Wer weniger Lust auf Feiern hat, kann die Insel jederzeit auch auf eigene Faust erkunden.

Mallorca hat für jeden etwas zu bieten: Stadtleben, Strände und ländliche Berglandschaften. Neben dem Stadtstrand in Palma gibt es zahlreiche Buchten, die sich mit dem Bus in 30 Minuten bis zwei Stunden erreichen lassen. Außerhalb der Urlaubssaison hat man diese Strände oft fast für sich allein. Meine Favoriten sind Cala Santanyí, Cala Major und Cala de Deià.

Sehr sehenswert sind außerdem Orte wie Valldemossa, Alcúdia und Santanyí, wo wöchentliche Märkte stattfinden. Eine besonders eindrucksvolle Aussicht bietet der Mirador de Es Colomer bei Pollença. Insgesamt ist die gesamte Insel reich an wunderschönen Orten.

Ein Erasmussemester auf Mallorca ist eine unvergessliche Erfahrung. Mit Offenheit, Neugier und etwas Organisation lässt sich die Zeit optimal nutzen. Für mich war es die perfekte Mischung aus Studium, neuen Freundschaften und Entdeckungen auf einer einzigartigen Insel.

Ariella Scheid

Ein herzliches Dankeschön an Ariella für die Einblicke und die schönen Fotos! Alle Bildrechte liegen bei Ariella Scheid.